CMT2A Forschung SARM1

Quelle: Michal Jarmoluk auf Pixabay

Forschungsupdate zu CMT2A: Wie der SARM1-Ansatz untersucht wird

In diesem Artikel erfährst du, wie der SARM1-Ansatz in der CMT2A Forschung funktioniert und welche Rolle ASHA-624 dabei spielt.

In der Forschung zu CMT2A bewegt sich etwas. Es ist kein Durchbruch, aber ein Ansatz, der durchaus interessant ist.

Das Unternehmen Asha Therapeutics arbeitet gemeinsam mit der CMT Research Foundation an einem Wirkstoff, der einen zentralen Mechanismus der Nervenschädigung blockieren soll.

Hier bekommst du einen Überblick, worum es dabei geht und warum das relevant ist.

Worum es bei der aktuellen CMT2A Forschung geht

CMT2A entsteht durch Veränderungen im MFN2-Gen. Dieses Gen ist wichtig für die Funktion der Mitochondrien. Wenn MFN2 gestört ist, geraten die langen Nervenfasern unter dauerhaften Stress.

Ein Protein spielt dabei eine zentrale Rolle: SARM1.

Wird SARM1 aktiviert, startet es ein biochemisches Programm, das die Nervenfasern abbaut. Dieser Prozess beginnt oft am Ende des Axons und arbeitet sich nach und nach zurück.

Ein Tiermodell hat bereits gezeigt, dass sich die Erkrankung nahezu verhindern lässt, wenn SARM1 genetisch ausgeschaltet wird.
Studie: https://www.jci.org/articles/view/161566

Darauf baut der aktuelle Forschungsansatz auf.

Was Asha Therapeutics untersucht

Asha Therapeutics entwickelt einen Wirkstoff namens ASHA-624. Dabei handelt es sich um einen sogenannten SARM1-Inhibitor.

Das Ziel ist, SARM1 so zu blockieren, dass der Abbau der Nervenfasern gar nicht erst startet.

Weitere Infos zum Programm:
https://www.ashatherapeutics.com
https://cmtrf.org/cmt-research-foundation-invests-in-asha-therapeutics-to-test-novel-drug-for-cmt2a/

Im aktuellen Projekt wird ASHA-624 in zwei Bereichen untersucht:

  • in Zellen von Menschen mit CMT2A, um zu sehen, wie der Wirkstoff auf die gestörte Mitochondrienfunktion wirkt
  • in einem Tiermodell, das den Verlauf von CMT2A gut abbildet

Die Forschung befindet sich vollständig im präklinischen Stadium. Es gibt aktuell keine Studien am Menschen und auch keine verlässliche Einschätzung, wann sich das ändern könnte.

Warum dieser Ansatz relevant ist

Der Ansatz gilt als spannend, weil er direkt an einem zentralen Mechanismus ansetzt.

  • SARM1 scheint eine Schlüsselrolle bei der axonalen Degeneration zu spielen
  • Tiermodelle zeigen, dass eine Blockade funktionelle Verbesserungen bringen kann
  • ASHA-624 wurde bereits im Zusammenhang mit ALS untersucht, wo ähnliche Prozesse eine Rolle spielen

Weitere Informationen dazu: https://www.ashatherapeutics.com/pipeline

Trotzdem gilt: Das ist ein Ansatz, kein fertiges Ergebnis.
Aber einer, der auf einer nachvollziehbaren biologischen Grundlage basiert.

Was das für Betroffene bedeutet

Kurz gesagt: aktuell noch nichts Konkretes.

Die Forschung ist noch sehr früh. Gleichzeitig richtet sie sich auf einen Mechanismus, der für CMT2A gut belegt ist.

Wenn sich die Ergebnisse aus dem Labor bestätigen, könnte daraus irgendwann eine klinische Studie entstehen. Im Moment ist das jedoch noch Zukunft.

Ich werde hier Updates teilen, sobald es neue Entwicklungen gibt.

Häufig gestellte Fragen

Ist ASHA-624 bereits eine Therapie für Menschen mit CMT2A?
Nein. Der Wirkstoff wird aktuell nur im Labor und im Tiermodell untersucht.
Gibt es schon klinische Studien zu diesem Ansatz?
Für CMT2A derzeit nicht. Klinische Schritte werden eher im Zusammenhang mit ALS vorbereitet, was jedoch ein anderes Krankheitsbild ist.
Kann man aktuell an Studien teilnehmen?
Im Moment nicht. Wenn Studien starten, werden sie in der Regel über Plattformen wie clinicaltrials.gov oder über die CMT Research Foundation bekannt gemacht.
Wie sicher ist der Wirkstoff?
Da es noch keine Studien am Menschen für CMT2A gibt, lässt sich zur Sicherheit wenig sagen. Die bisherigen Daten stammen aus präklinischer Forschung und sind nur ein erster Schritt.
Ist SARM1 nur bei CMT2A relevant?
Nein. SARM1 spielt auch bei anderen neurologischen Erkrankungen eine Rolle. Deshalb wird dieser Mechanismus weltweit intensiv erforscht.